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LEHRSTUHL FÜR NACHHALTIGKEIT UND TEXTILE INNOVATION

Große Gruppe Studierender posiert auf den Stufen vor einem modernen Hochschulgebäude mit weißer, geometrischer Fassade und begrünten Balkonen.

 

Am neu errichteten Lehrstuhl für Nachhaltigkeit und Textile Innovation an der Ahsanullah University of Science and Technology (AUST) in Dhaka, Bangladesch, lernen und forschen Studierende auf den Gebieten soziale Verantwortung, Umweltschutz und technische Innovation im Textilsektor - und bauen damit wichtige Kompetenzen für das Land auf. Ab Sommer 2025 ist dies sogar im Rahmen eines eigenen Bachelorstudiengangs möglich. Das AUST-Programm mit diesem Bachelorstudiengang ist in Bangladesch einzigartig.

Im Jahr 2019 haben wir gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die Hochschulkooperation mit der AUST ins Leben gerufen. Unser Ziel: dauerhaft Kompetenzen in sozialer Verantwortung, Umweltschutz und technischer Innovation im Land aufzubauen. Bangladesch hat sich zu einem Produktionsland zunehmend komplexer und hochwertiger Textilien entwickelt, deren Herstellung einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Fortschritt des Landes leistet.Durch den Studiengang möchten wir zur nachhaltigen Entwicklung und zur Ausbildung von Fachkräften in der Textilbranche beitragen. Gleichzeitig möchten wir die Qualität der lokalen Hochschulbildung steigern, den internationalen Wissensaustausch fördern und eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis etablieren.

Nachdem seit 2020 die Studienmodule entwickelt und Lehrkräfte rekrutiert worden sind, wird seit Sommer 2025 der eigenständige Bachelorstudiengang „Textile Engineering – Sustainability and Textile Innovation“ angeboten. Die AUST plant zukünftig mit 60 Absolvent:innen pro Jahr. Zusätzlich kann an der AUST als Teil des Grundstudiums im Fach Textil- und Bekleidungstechnik der Kurs „Sustainability in Textiles“ belegt werden.

 

Mehrere Personen in weißen Laborkitteln stehen hinter einem Glasregal mit Chemikalienflaschen in einem Labor.

MEILENSTEINE

2019 - Start der Hochschulkooperation

2020-2024 - Entwicklung der Module für den Bachelorstudiengang „Textile Engineering – Sustainability and Textile Innovation“; die Module werden von rund 500 Studierenden im Fach Textil- und Bekleidungstechnik als Vertiefungskurse im Bereich Nachhaltigkeit getestet

Januar 2025 - Akkreditierung als eigenständiger Bachelorstudiengang

März 2025 - Als Ergänzung zum Bachelorangebot der AUST führt die Bangladesh University of Textiles (BUTEX) einen Masterstudiengang mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit ein

Juni 2025 - Start des ersten Semesters des Bachelorstudiengangs mit rund 60 Studierenden; zusätzlich können die Module von Kommiliton:innen des Fachs Textil- und Bekleidungstechnik belegt werden

 

Mehrere Studierende in einem Vorlesungsraum

STARKE PARTNERSCHAFTEN

Folgende Partner haben maßgeblich zur erfolgreichen Einrichtung des Lehrstuhls beigetragen:

 

LOGO GIZ

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Die GIZ hat die Projektsteuerung und die Koordination der Projektpartner übernommen. Gemeinsam mit der UNU Resource Nexus hat sie außerdem bei den verschiedenen Qualifizierungsmaßnahmen mitgewirkt – insbesondere mit Fokus auf praxisnahe Inhalte. Bei der Lehrplanentwicklung setzte sich die GIZ für Expertenfeedback ein und verantwortete zusammen mit der AUST die Akkreditierungsprozesse.

Ahsanullah University of Science and Technology (AUST)

Die AUST bildet das Kernstück der Hochschulkooperation: Sie beherbergt den Lehrstuhl und führt ihn seit 2025 eigenständig weiter.

Institute for Integrated Management of Material Fluxes and of Resources der United Nations University (UNU Resource Nexus)

Die Resource Nexus hat entscheidend zur fachlichen Qualifikation des AUST-Personals und zur Qualitätssicherung beigetragen. Sie war federführend bei der Lehrplanentwicklung und entwarf zusammen mit der GIZ ein Qualifizierungsprogramm für die Lehrenden. Dabei nutzte sie ihr umfangreiches internes und externes Expertennetzwerk.

Technische Universität Dresden

Die TU Dresden hat maßgeblich die Betreuung der Doktorarbeit des späteren Lehrstuhlinhabers übernommen. Sie war stark in die Konzeptentwicklung und die Kursentwicklung involviert.

 

Vertreter von Strauss, GIZ und AUST bei einer Projektunterzeichnung.

ENTWICKLUNG

In den fünf Projektjahren haben wir in verschiedenen Kernbereichen die Entstehung des Lehrstuhls begleitet:

Auswahl und Qualifizierung des Lehrpersonals 

Für den neuen Studiengang wurden in Zusammenarbeit mit UNU Resource Nexus und GIZ fünf erfahrene Dozent:innen rekrutiert. Sie decken verschiedene Schwerpunkte ab und bringen ihre umfangreiche Berufserfahrung aus Produktion, Einkauf, Handel und Wissenschaft ein. Die Dozent:innen wurden in mehrtägigen Seminaren und Coachings zu technischen Inhalten sowie methodischen Kompetenzen in Lehre und Forschung geschult und von Fachleuten der UNU Resource Nexus und der GIZ begleitet.

Entwicklung von Lehrplan und Lehrmaterialien

Der Lehrplan beinhaltet verschiedene Module. Der Schwerpunkt liegt auf ökologischer Nachhaltigkeit, es werden aber auch soziale Aspekte behandelt. Zu den Studieninhalten gehören Ressourcenmanagement, Wassermanagement, Kreislaufwirtschaft, Technologie und Gesellschaft in der Textilindustrie sowie die Nachhaltigkeitsanalyse von Prozessen und Praktiken. Das Studium beinhaltet außerdem verschiedene Forschungsarbeiten.

Die Entwicklung erfolgte in enger Abstimmung mit Wissenschaft und Industrie, darunter auch mit Produktionspartnern von STRAUSS. Insgesamt waren über 80 Expert:innen aus Industrie, Handel, Gesellschaft, Wissenschaft und Forschung sowie Politik in die Kurserstellung involviert. Die Studierenden haben jedes Modul getestet und zeigten sich sehr zufrieden. Positiv hervorgehoben wurden häufig die Detailtiefe, die Praxisbeispiele und die sehr gute didaktische Aufbereitung.

Zusammenarbeit mit Industrie und Wissenschaft

Die Einbeziehung verschiedener wissenschaftlicher und privatwirtschaftlicher Akteure ist ein zentraler Aspekt der Hochschulkooperation und hat in allen Bereichen stattgefunden. Dies lieferte wertvolle Impulse für die Gestaltung der Studieninhalte und förderte den praxisorientierten Austausch mit STRAUSS-Produktionspartnern – insbesondere in gemeinsamen Forschungsprojekten wie Life-Cycle-Assessments. Diese wurden von Studierenden bei einem unserer Produktionspartner in Bangladesch durchgeführt, um die Umweltauswirkungen von Materialien und Produkten noch umfassender zu analysieren. Von den Erkenntnissen profitieren nicht nur die Studierenden, sondern auch wir und unsere Produktionspartner.

Zudem hat die UNU Resource Nexus Lerninhalte zum Thema Ressourcenmanagement in der Textilindustrie in ein Onlinemodul der berufsbegleitenden Weiterbildung überführt. Die UNU Resource Nexus und die AUST werden auch weiterhin im Rahmen von Ringvorlesungen zusammenarbeiten.

Projekthighlights in den Jahren 2023 und 2024 waren außerdem Symposien zur verantwortungsvollen Ressourcennutzung in der Textilindustrie, bei denen alle Projektpartner zusammenkamen. Vertreter:innen aus Wissenschaft, Industrie und von internationalen Organisationen aus Deutschland und Bangladesch erörterten hier mit uns Herausforderungen, Best Practices sowie nachhaltige und innovative Lösungen zum Umgang mit den Ressourcen entlang der textilen Lieferketten.

 

Mehrere Personen begutachten eine industrielle Rundstrickmaschine mit weißen Garnspulen und zahlreichen Fäden, die durch Metallführungen verlaufen.

INHALTE DES STUDIENGANGS

„Textile Engineering – Sustainability and Textile Innovation“:

Modul 1 - Nachhaltigkeit in der Textilindustrie + Laborpraktika

Modul 2 - Wassermanagement in der Textilindustrie + Laborpraktika

Modul 3 - Innovative Ansätze für nachhaltigen Wandel

Modul 4 - Ressourcenmanagement, Technologie und Gesellschaft in der Textilindustrie + Laborpraktika

Modul 5 - Angewandte Nachhaltigkeitsanalysen

 

Menschen stehen in einem Halbkreis und winken in die Kamera

IMPULSGEBER FÜR ANDERE UNIVERSITÄTEN

Der Lehrstuhl für Nachhaltigkeit und Textile Innovation hat in Bangladesch für großes Interesse gesorgt, da es hier bisher kein vergleichbares Studienfach gab. Um das Bachelorangebot der AUST zu ergänzen, führt deshalb die staatliche Bangladesh University of Textiles (BUTEX) in Dhaka 2025 noch einen Masterstudiengang mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit ein. Die Einrichtung des Masters erfolgte in enger Abstimmung mit der GIZ und der AUST.

"WOMEN OF FASHION"

Seit mehreren Jahren setzen wir uns dafür ein, Frauen in unserer Lieferkette zu fördern und zu ermutigen, Führungspositionen anzustreben, und motivieren unsere Lieferanten, günstige Bedingungen dafür zu schaffen. Frauen stellen zwar einen großen Teil der Belegschaft in den Betrieben, haben aber oft wenig Einfluss auf Entscheidungen. Die Förderung von Frauen in Führungsrollen trägt zu gerechteren Arbeitsbedingungen und Innovationen bei. Diese Thematik wurde am Lehrstuhl für Nachhaltigkeit und Textile Innovation unter dem Titel „Women of Fashion“ in Form von Essays behandelt. Dieses Projekt ergänzt die technischen Inhalte des Studiengangs um eine breitere soziale Perspektive zu Fragen der Gleichberechtigung, Teilhabe und Frauenförderung im Textilsektor.

AUSBLICK

Wir freuen uns, dass die Entwicklung und die Akkreditierung des Bachelorstudiengangs erfolgreich abgeschlossen sind und wir damit einen Beitrag zu hochwertiger und zukunftsweisender Bildung in Bangladesch leisten können. Mit ihrem Fachwissen werden die Absolvent:innen zur nachhaltigen Entwicklung des Textilsektors beitragen. Auch künftig werden wir uns dafür einsetzen, Lehre und Praxis enger miteinander zu verknüpfen.

„Wir sind überzeugt, dass Bildung nachhaltige Entwicklung ermöglicht. Davon profitieren Land und Menschen über Generationen hinweg. Nichts wirkt nachhaltiger als Bildung!“

Steffen und Henning Strauss

Zwei Männer stehen vor einem begrünten Gebäude

 

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